Man hört Pisa und denkt unweigerlich nur an den schiefen Turm, ich sollte mich wundern……
Geparkt haben wir auf einem großen Touristen-Parkplatz, da hab ich mich dann auch schon gewundert…, nämlich darüber wo denn all die afrikanischen Straßenverkäufer herkommen, sie waren grundsätzlich zu zweit unterwegs und sehr, sehr lästig. Kaum hatten wir ein Duo abgewimmelt war schon das nächste da und so ging das weiter bis zum Stadtkern. Sie waren aber nicht nur lästig, sondern hatten auch sehr lange Finger, so wurde einer Frau neben uns das Geldtascherl gezupft ohne, dass nur einer von uns was bemerkte.
Der Weg führte entlang einer alten Stadtmauer, Unmengen von Leuten strömten durch ein Tor auf die Piazza dei Miracoli, - Platz der Wunder -
Der erste Eindruck war überwältigend, auf einer riesigen Rasenfläche steht ein gewaltiges Gebäudeensemble:
Das Baptisterium, der Dom, der Monumentalfriedhof und natürlich der Schiefe Turm, seit 1987 UNESCO - Weltkulturerbe, zu Recht.
Vor dem Baptisterium trafen wir unseren Führer, der vor einigen Jahren von Deutschland nach Italien ausgewandert ist, er erzählte uns unheimlich viel über die Geschichte Pisas zum einen und Italiens zum anderen.
Er erklärte uns auch, dass Pisa an Kunst und Geschichte Florenz und Sienna in nichts nachstehe.
Pisa wurde von den Etruskern gegründet, von den Römern als wichtiger Flottenstützpunkt erweitert und spielte im Mittelalter die Rolle einer bedeutenden Seemacht. Größte Rivalin zu Wasser war Genua und zu Lande Florenz.
Von beiden Städten wurde Pisa letztendlich vernichtend geschlagen und erholte sich von diesen Niederlagen nie vollständig.
Heute ist Pisa eine schöne und gepflegte Stadt mit herausragender Universität, florierendem Handel, seit dem Mittelalter eine der führenden Zentren im Mittelmeerraum.
Das runde Baptisterium in Pisa ist die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte, 54 Meter hoch und hat einen Umfang von 107 Meter, gebaut ab 1152.
Auf der Spitze der Kirche steht eine drei Meter hohe Bronzestatue von Johannes dem Täufer, die am Anfang des 15. Jahrhunderts dort befestigt wurde. Die beiden Säulen am Hauptportal zeigen die Lebensgeschichte von Johannes dem Täufer. In der Mitte der Kirche steht ein achteckiges Taufbecken von Guido Bigareli da Como und eine Statue von Johannes der Täufer von Italo Griselli . Die Marmorkanzel im Baptisterium stammt von Nicola Pisano. Sieben Säulen tragen das sechseckige Kanzelbecken, in dem das Lesepult von einem Adler getragen wird. Zu sehen sind auch Propheten, die fünf Tugenden und Johannes der Täufer. An der Brüstung der Kanzel befinden sich fünf Reliefs mit den Szenen Geburt Jesu, Anbetung der heiligen drei Könige, Darstellung im Tempel, Kreuzigung und Jüngstes Gericht aus dem Leben Christi.
Der Dom – Duomo Santa Maria Assunta [/i]-, Baubeginn 1064 von Buscheto di Giovanni Giudice
Eines der schönsten romanischen Bauwerke Italiens
Die Fassade wurde am Ende des 12. Jahrhundert von Rainaldo geschaffen und wurde als Pisaner Romanik (Halbsäulen, Blendarkaden, Bogen, farbiger Marmor) in der gesamten Toskana zum Vorbild.
Sehenswert sind :
- das Portal Porta di San Ranieri, das frühere Hauptportal, besteht aus 24 Bronzetafeln mit Szenen des Neuen Testaments von Bonanno Pisano.
die Statue der Madonna col Bambino (Madonna mit Kind) von Andrea Pisano.
die vergoldete Kassettendecke stammt aus dem 17. Jahrhundert, in dem eine aufwendige Restaurierung des Doms nach dem Brand stattfand.
das Mosaik vom thronenden Christus in der Apsis von Francesco di Simone begonnen und 1302 von Cimabue vollendet wurde.
die reich verzierte Kanzel von Giovanni Pisano. Von den acht Säulen stellen vier Christus, Erzengel Michael, Ecclesia und Herkules dar. Die mittlere Säule besteht aus den drei personifizierten christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung, die auf einem Sockel der Personifikation der weltlichen Künste steht. Die Säulen tragen zusammen das runde Kanzelbecken, das das Neue Testament darstellt.
das bronzene Kruzifix auf dem Altar
die Kuppel
[i]Der Monumentalfriedhof - Composanto Monumentale –
Das rechteckige Bauwerk wurde 1278 von Giovanni di Simone begonnen, erst im 14. Jahrhundert fertiggestellt, es hat eine gotische Marmorfassade.
Der Friedhof soll Überlieferungen nach Erde aus dem heiligen Land enthalten, die Kreuzfahrer mitgebracht haben.
Im Inneren hat der Camposanto die Form eines langgestreckten Kreuzganges mit Rundbogenarkaden, und einen schönen Innenhof mit grünem Rasen, Rosen und Zypressen. Als Begräbnisstätte werden noch immer spätantike Sarkophage im Inneren beherbergt. Sie dienten bereits im Mittelalter den Adligen von Pisa als Gräber und waren anfangs rund um den Dom in Pisa aufgestellt.
Vor der schweren Zerstörung des Camposanto durch die Bomben der Alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg waren die Wände mit Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert bemalt.
Ein großer Teil wurde schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurden sie mit von den Wänden abgenommen und restauriert. Unter der Putzschicht kamen dabei sogenannte Sinopien der Fresken zum Vorschein, die ebenfalls von den Wänden gelöst wurden und heute im Museo delle Sinopie ausgestellt sind.
Der Schiefe Turm - Campanile
Baubeginn 1173, als der Bau bei der 3. Etage angelangt war, begann er sich zu neigen. Das Fundament steht auf weichem, sandigem Untergrund.
Daraufhin wurde der Bau für rund 100 Jahre unterbrochen. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann entgegen der Schräglage gebaut , um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube beendet war.
Der Campanile hatte – außer dass er die Glocken tragen sollte – noch eine andere Funktion. Bei äußerer Gefahr flüchtete damals der Klerus in den Turm. Maueröffnungen und -vorsprünge im Zylinderschacht machten es möglich, bei Bedarf in jedem Stockwerk Gebälk und Fußböden einzuziehen.
1990 musste der ca. 16 t schwere Turm für Besucher gesperrt werden, da die Schräglage zu gefährlich wurde. Nach 12-jährigen Sanierungsmaßnahmen, bei denen der Turm wieder um 44 Zentimeter aufgerichtet wurde, ist er seit Dezember 2001 wieder für Touristen geöffnet.
Der Legende nach hat der aus Pisa stammende Galileo Galilei bei Versuchen auf dem Turm die Fallgesetze entdeckt.
Wie immer hatten wir auch an diesem Tag nicht genügend Zeit alles anzusehen,
z.B. Die Kirche Santa Maria della Spina oder auch Dornenkirche am Arno
Die Piazza dei Cavalieri ( Platz der Ritter) in der Altstadt ist berühmt für ihre repräsentativen Bauten
Das Museo delle Sinopie

