Von Linz nach Genua

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Von Linz nach Genua

Beitragvon Worldtraveller » Di 9. Mär 2010, 22:23

Meine Frau und ich haben uns letzten Sommer kurzfristig dazu entschieden, gerade zur Hauptreisezeit der Italiener, der ferragosto, das ist die Zeit um den 15. August, mit dem Auto nach Italien zu fahren. Die Zimmersuche gestaltete sich ca. 1 Woche vor Abreise überraschenderweise nicht allzu schwierig, wenn man von der Riviera di Levante einmal absieht, das ist die Küste von Genua Richtung Toskana. Die Links auf dieser Homepage waren dabei sehr hilfreich. Mit endlich allen Hotelreservierungen in der Tasche fuhren wir schließlich los.

Von Linz ging es über die Großglockner-Hochalpenstraße (ich mit dem Fahrrad, meine Frau steuerte das Begleitfahrzeug) vorbei an Lienz ins schöne Südtirol. Weitere Zwischenstopps am Weg nach Ligurien waren Bozen mit dem Ötzimuseum, sowie Verona mit einem Besuch der abendlichen Opernaufführung (Aida stand am Spielplan) in der römischen Arena. Wir fanden, die kühlsten Plätze waren jene ganz oben, da eine angenehme Brise über den Arenarand wehte und für eine herrliche Abkühlung sorgte. Diese Plätze sind übrigens auch mit die billigsten und man hat einen traumhaften Blick auf das weiter unten bei immer noch brütender Hitze schwitzende Publikum auf den teuren Plätzen und vom Geschehen auf der Bühne bekommt man von oben noch genügend mit. Opernglas und viel zu trinken mitnehmen, zumindest im Hochsommer!
Weiter ging es, Cremona, die Stadt des berühmten Geigenbauers Stradivari rechts liegen lassend, auf sehr kurvenreicher Autobahn hinunter in die Hauptstadt Liguriens, Genua.

Diese große Hafen- und Industriestadt überrascht erstaunlicherweise mit einer sehr schönen, großartig über dem Hafen gelegenen Altstadt und nicht nur durch das auch in dieser Stadt typisch italienische Straßengewirr, in dem aufgrund der hohen Häuserschluchten und Baustellen wohl jedes Navigationssystem nicht nur an seine Leistungsgrenzen kommt, sondern auch manchmal die Orientierung verliert und man damit auch selbst verloren ist. Das wussten wir spätestens, als wir denselben Springbrunnen diesmal von der anderen Seite sahen, oder den schon bekannten trickreichen Kreisverkehr bewältigen mussten, wobei man trotz Klimaanlage gehörig ins Schwitzen kommt. Aber schließlich fanden wir das versteckt, aber fantastisch zentral gelegene Hotel. Das Auto musste aber in die öffentliche Tiefgarage.

Dafür besticht die Altstadt mit ganzen Straßenzügen voll von prächtigen, z. T. umgewidmeten alten Herrschaftshäusern, schwarz-weiß gestreifter dorischer Palazzi und beeindruckender Kirchen rund um den Piazza de Ferrari. Wenn man von dort in Richtung Aquarium beim alten Hafen schlendert, an der schönen Kathedrale San Lorenzo vorbei, taucht man in ein Gewirr von so engen Altstadtgassen ein, sodass der Himmel fast nicht mehr zu sehen ist. Es scheint fast, als ob sich die Hausdächer berühren würden und sich die Bewohner gegenüberliegender Häuser in den oberen Stockwerken die Hände reichen könnten. Hier zu wohnen ist wohl nichts für schwere Gemüter, aber durch die engen, schummrigen Gassen zu schlendern, so manches Foto wert. Dabei ist das Können des Fotografen schon gefordert, damit die eingefangene Szenen auch im rechten Licht erscheinen.

Leichter tut man sich da schon am Hafen, von dem man auf der einen Seite die riesigen Kreuzfahrtschiffe sieht und auf der anderen sich halbkreisförmig die Häuserfronten der Altstadt bis zum Horizont den Hügel hinaufstapeln. Beim Blick auf die startbereiten weiß strahlenden, schnittig gebauten Stahlkolosse der immer beliebter werdenden Kreuzfahrten dachten wir, da steigen wir auch noch irgendwann mal ein. Und in das sich auch hier befindende größte Meerwasseraquarium Europas einzutauchen, gibt wohl auch Nichtschwimmern das Gefühl, sich wie ein Fisch unter vielen zu fühlen.

Nach einer Stärkung in einer der unzähligen Trattorias unter den Laubengängen der breiten Hafenstraße schlenderten wir wieder in das Altstadtzentrum hoch. Meine Frau wollte noch eine kleine Shoppingtour auf „dem“ Einkaufsboulevard, der Via XX Settembre unternehmen, wogegen ich eher noch auf den Spuren des wohl berühmtesten Genuesen Cristoforo Colombo wandeln wollte, dessen angebliches Geburtshaus ja bekanntlich nahe der Piazza Dante steht. Das zerstörte, nur teilweise wieder aufgebaute, unscheinbare Gebäude lässt Zweifel aufkommen, ob der berühmte Seefahrer wirklich hier zur Welt kam. Jedenfalls ist er in einer schönen Umgebung aufgewachsen, wenn man sich die Zeit nimmt, diese näher zu erkunden. Ich wäre gerne länger in den Gassen der sich hier angesiedelten Künstlerszene umhergeschlendert, aber 35°C und die nagende Angst, dass meine Frau das Reisebudget beim Einkaufen überzieht, sagten mir, mich in den Boutiquen auf die Suche nach ihr zu begeben, um unser Endziel, die Riviera de Levante nicht ganz mittellos zu erreichen.
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Re: Von Linz nach Genua

Beitragvon Nysnris » Sa 8. Sep 2012, 10:28

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